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In Teil 14 der großen Interviewreihe bekommt die Leiterin der Stadtbibliothek Naumburg Sabine Matzner das Wort. KUMBRA-Redakteur Volly Tanner sprach mit ihr über die Weiterentwicklung ihres Hauses, ihr Team, Angebote und Hintergründe und Möglichkeiten, die diversen kulturellen Kräfte der Region zu vernetzen.

Der Burgenlandkreis ist bevölkert von vielen Menschen, welche ihr Umfeld, ihre Heimat, mitgestalten. Denen, die gerade im kulturellen Sektor aktiv sind, möchte diese Interviewserie von KUMBRA-Redakteur Volly Tanner mehr Sichtbarkeit verschaffen.

Nicht nur auf Veränderungen reagieren, sondern auch eigene Ideen einbringen

über Sabine Matzner

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Nicht nur auf Veränderungen reagieren, sondern auch eigene Ideen einbringen

Interview mit Sabine Matzner

Guten Tag Frau Matzner. Sie sind die Leiterin der Stadtbibliothek Naumburg, die vor einigen Jahren von ihren Standorten in der Jägerstraße und am Stephanplatz in die Salzstraße 35 umzog. Wieso wurde der Umzug nötig? Und was hat sich dadurch verändert?
Die Zusammenführung der getrennten Standorte für Erwachsene und Kinder war längst überfällig. Die räumliche Trennung stellte sowohl für die Bibliotheksbesucher als auch für das Personal eine enorme Herausforderung dar. Nun haben alle wesentlich bessere Bedingungen. Es gibt ausreichend Platz, der Zugang ist barrierefrei und die Ausstattung ist zeitgemäß und einladend. Der Standort im Citykaufhaus in der Salzstraße ist zudem zentral in der Innenstadt gelegen, wertet das Quartier auf und bietet eine wesentlich höhere Aufenthaltsqualität. Das merken wir an gestiegenen Besucherzahlen sowie der verbesserten Sichtbarkeit und öffentlichen Wahrnehmung der Bibliothek.
Die Stadtbibliothek Naumburg ist als „Third Place“, also: „Dritter Ort“ konzipiert. Was bedeutet das denn eigentlich konkret? Was steckt hinter diesem Konzept?
Der Dritte Ort ist ein Ort, der weder das Zuhause noch der Arbeitsplatz ist, aber trotzdem eine wichtige Rolle im Alltag spielt und er ist ein öffentlicher Raum, in dem Menschen gerne Zeit verbringen. Unsere Stadtbibliothek soll nicht nur ein Ort sein, an dem man Bücher ausleiht, sondern ein offener, niedrigschwelliger Aufenthalts-, Begegnungs- und Lernort für die Stadtgesellschaft. Sie ist ein Ort, an dem öffentliches Leben, Gemeinschaft stattfinden kann. Jeder kann einfach hereinkommen, einen Sessel nehmen und zwei Stunden lesen oder arbeiten. Zu uns kommen Schüler, die zusammen lernen, Familien, die neue Bilderbücher entdecken, Senioren, die gemeinsam Spiele ausprobieren, Menschen, die eine Veranstaltung besuchen oder zwei, die zufällig ins Gespräch kommen. Die Bibliothek bietet deshalb nicht nur Dienstleistungen an. Sie ist soziale Infrastruktur. Deshalb legen wir Wert auf Dinge wie Aufenthaltsqualität, gemütliche Sitzgelegenheiten, offene Räume, Veranstaltungen, digitale Angebote, Arbeitsplätze, und eine möglichst geringe Zugangsschwelle. Ein Ort, an dem man sich freiwillig aufhält, Menschen trifft, lernt, arbeitet oder einfach Zeit verbringt.
Daraus folgt ja auch, dass es einen „Ersten Ort“ und einen „Zweiten Ort“ geben muss. Ist das so? Wenn ja, was beinhalten denn diese Orte strukturell?
Der Erste Ort ist das Zuhause, also der private Lebensbereich. Der Zweite Ort ist der Arbeitsplatz oder die Bildungsstätte, also der produktive bzw. wirtschaftliche Lebensbereich. Im Gegensatz zum Dritten Ort, der allgemein zugänglich und inklusiv ist, sind Erster und Zweiter Ort eben nur exklusiv zugänglich, beim Ersten Ort also für Familienmitglieder und Gäste. Beim Zweiten Ort braucht es z.B. einen Arbeitsvertrag. An diesen Orten sind die Menschen an bestimmte Pflichten und Notwendigkeiten gebunden, was beim Aufenthalt am Dritten Ort nicht zutrifft. Ich glaube aber, das kann ein Soziologe besser erklären!
Sie beteiligen sich an der Aktion „1000 Bücher für Naumburg“. Um was geht es denn hier und für wen ist diese Aktion da?

Anlässlich des Stadtjubiläums sind alle Naumburger*innen und Freunde der Stadt dazu eingeladen, Teil einer besonderen Aktion zu werden: Bis zum Jubiläumsjahr 2028 möchten wir die „Bibliothek der 1000 Bücher“ mit den Lieblingsbüchern der Naumburger*innen füllen. Es soll nicht irgendein Buch sein, sondern ein Buch, das besonders begeistert hat, das man immer wieder gerne zur Hand nimmt oder das neue Perspektiven eröffnet hat. Mitmachen können Einzelpersonen aber gern auch Kita-Gruppen, Schulklassen, Hort-Gruppen, Vereine, Lesekreise, Institutionen … usw.

Die Aktion hat bisher 180 Lieblingsbuchspenden in die Bibliothek gebracht. Von Kinderbüchern, über Comics, Sachbücher, aktuellen Romanen und Klassikern ist die Auswahl sehr bunt und gibt Einblicke, was Naumburgerinnen und Naumburger gern lesen. Und es wird weiter gesammelt – bis 2028 soll die Bibliothek der 1000 Bücher weiterwachsen. Übrigens sind alle Lieblingsbücher inklusive der kurzen Statements der Spender*innen im Bibliothekskatalog auf unserer Internet-Seite zu finden. Es kann also auch virtuell und aus der Ferne in der Bibliothek der 1000 Bücher gestöbert werden. Die Bücher selbst stehen in einem besonderen Regal in der Bibliothek, können aber auch auf Wanderschaft gehen. Wer möchte, kann eines der Bücher mitnehmen, es lesen, weitergeben oder wieder zurück in die Bibliothek bringen. So tragen wir die Aktion in die Stadtgesellschaft und vielleicht auch in die Welt.

Mit dem langjährigen Bilderbuchprojekt „An die Bücher, fertig, LosLesen“ bekamen Sie 2026 den 3. Preis in der Kategorie „Herausragendes kommunales Engagement“ des Deutschen Lesepreises verliehen. Was ist das denn für ein Bilderbuchprojekt? Wer war denn alles und wer ist noch beteiligt?

Das Projekt ist eine Kooperation der Stadtbibliothek Naumburg, der Lesepaten des Naumburger Bürgervereins e. V. und zahlreicher Naumburger Kitas: Welches Bilderbuch ist das schönste? Diese Frage beantworten fast 500 Kinder aus 15 Naumburger Kitas. 124 aktuelle Bilderbücher standen zur Auswahl. Die Kinder haben gelauscht, geschaut, diskutiert und schließlich ihre 31 Favoriten gewählt. Viele Kita-Gruppen setzten ihr Lieblingsbuch mit einem kreativen Projekt in Szene. Das Ergebnis ist eine bunte Ausstellung voller großartiger Bilderbücher und kreativer Ideen, die Lust aufs (Vor-)Lesen macht. Die Entscheidungen der Kinder geben spannende Einblicke in ihre Lebenswelten. Welche Themen beschäftigen sie? Welche Geschichten berühren sie? Welche Bilder sprechen sie an? Die ausgewählten Bilderbuchfavoriten und die kreativen Arbeiten der Kinder geben darauf vielfältige Antworten. So ist eine bunte Bilderbuchsammlung voller Humor, Abenteuer, Wissen, Gefühle und Fantasie entstanden.

Das Projekt und die Ausstellungseröffnung werden von zahlreichen Menschen und Institutionen unterstützt, darunter: der Naumburger Bürgerverein e. V., der Förderverein der Stadtbibliothek Naumburg e. V., Constanze Matthes, die Gutenberg Buchhandlung, Falko Matte, der Imker Henning Jaworski, die Glockengold Fruchtsaft AG, das EDEKA Center Hinze, die Bäckerei & Konditorei Block, handgemacht Saale.Unstrut, IMMERHUT, Karin Urban, der DJL-Dachverband Jugendliteratur, München, das Naumburger Tageblatt, Fielmann Naumburg, das Lokale Bündnis für Familie Naumburg, Frank Schallschmidt, die Technischen Werke Naumburg GmbH. Außerdem unterstützt das Land Sachsen-Anhalt das Projekt mit Mitteln der Kulturförderung.

Eine lebendige Bilderbuchvermittlung – von Kindern, für Kinder und für unsere Stadt!

Ich bin fasziniert von der Vielfalt des Veranstaltungsangebots Ihres Hauses. Auf Ihrer Seite las ich auch, dass dieses durchgängig „Eintritt frei!“ zur Verfügung gestellt wird. Wie funktioniert denn hier die Finanzierung? Mit wem agieren Sie hier zusammen?
Unsere kostenlose Angebote ermöglichen es, dass Bildung und Kultur unabhängig vom Einkommen oder der sozialen Herkunft zugänglich sind. Als kommunale Bildungs- und Kultureinrichtung sind wir aus Steuergeldern finanziert und geben mit unseren Angeboten etwas an die Gesellschaft zurück, denn wir sehen es als unsere Pflicht, einen Beitrag zur kulturellen und sozialen Vielfalt in unserer Gesellschaft zu leisten. Die Finanzierung erfolgt durch drei Komponenten. Hauptsächlich wird die Bibliothek vom Träger, der Stadt Naumburg, finanziert. Außerdem erhalten wir seit Jahrzehnten Projekt-Fördermittel vom Land Sachsen-Anhalt. Ohne diese Mittel könnten wir unsere Projekte und die Weiterentwicklung der Bibliothek nicht in diesem Umfang umsetzten. Darüber hinaus können wir durch unser starkes Netzwerk mit verschiedensten Akteuren – beispielsweise unserem Förderverein, den Lesepaten des Naumburger Bürgervereins, dem Bildungsbüro des BLK, dem Gesundheitsamt des BLK, dem Innenstadtverein und der Familienbildungsstätte – kostenlose Angebote etablieren, indem alle ihre Ressourcen bündeln, ihre Kompetenzen einbringen und gemeinsam Ideen entwickeln und umsetzen.
Solch eine Stadtbibliothek lebt aber auch von engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mit Liebe zum Medium und zu den Menschen. Können Sie uns ein bisschen etwas zu Ihrem Team sagen, Frau Matzner?
Unsere Bibliothek lebt vor allem von den Menschen, die sie gestalten. Unser Team verbindet fachliche Kompetenz mit großer Nähe zu unseren Besucherinnen und Besuchern sowie die Begeisterung für Bücher, Medien und Bildung. Diese Leidenschaft zeigt sich im Alltag: in der persönlichen Beratung, in der sorgfältigen Auswahl des Bestands sowie in den zahlreichen Veranstaltungen und Kooperationen, die wir gemeinsam auf die Beine stellen. Dabei bringt jede und jeder eigene Stärken und Erfahrungen ein. So können wir unterschiedliche Zielgruppen ansprechen und die Bibliothek als offenen, einladenden Ort weiterentwickeln. Besonders wertvoll ist, dass unser Team nicht nur auf Veränderungen reagiert, sondern auch eigene Ideen einbringt und mit viel Engagement umsetzt. Da wir bereits seit vielen Jahren zusammenarbeiten, kennen wir einander gut. Diese Vertrautheit und die eingespielten Abläufe sind enorm wichtig, um gemeinsam viel zu bewegen. Wir alle teilen die Vision, einer kundenfreundlichen, lebendigen Bibliothek. Wir können uns aufeinander verlassen und alle sind sehr einsatzfreudig. Ich bin stolz auf unser Team und dankbar, dass ich schon seit so langer Zeit gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen die Bibliothek gestalten kann.
Es gibt auch einen Förderverein der Stadtbibliothek Naumburg e.V.. Vom Halleschen Verein weiß ich, dass dieser beispielsweise Büchermärkte veranstalten, um Geld zu sammeln für die dortige Bibliothek. Was für Projekte schiebt denn der Naumburger Förderverein an?
Unser Förderverein unterstützt die Bibliothek finanziell und fördert beispielsweise die Projekte „Lesesommer” und „LosLesen”. Er hilft aber auch durch ehrenamtliche Mitarbeit bei Projekten und Veranstaltungen: So wird das Spiele-Café von Vereinsmitgliedern betreut und bei Lesungen sorgt der Verein für Getränke und betreut den Büchertisch. Darüber hinaus leistet er eine gute Lobbyarbeit für die Bibliothek. Jedes Jahr holt der Verein eine oder mehrere prominente Autorinnen und Autoren nach Naumburg und bereichert damit das kulturelle Angebot der Stadt. Außerdem beteiligt sich der Verein an der Veranstaltung „Lesen wider das Vergessen“, die zum Gedenken an die Bücherverbrennungen stattfindet. Anlässlich der Innenstadt-Aktion „Advent in den Höfen“ im Dezember ist der Verein mit einem Bücherflohmarkt dabei, bei dem nicht nur Bücher verkauft, sondern auch viele interessante Gespräche geführt werden.
Naumburg steht, schon allein durch das historische und touristische Interesse, im Burgenlandkreis exponiert da. Wenn Sie von hier in die ganze Region schauen: Wo sehen Sie die besonderen Herausforderungen?
Als besondere Herausforderung sehe ich, die Stärke der Stadt Naumburg als historischer und touristischer Anziehungspunkt in einen Gewinn für die ganze Region zu verwandeln. Besucherinnen und Besucher sollten nicht nur einzelne Sehenswürdigkeiten erleben, sondern auch die Kulturangebote, Landschaften und Geschichten der umliegenden Region kennenlernen. Dafür braucht es eine enge Zusammenarbeit zwischen Städten und Gemeinden: gemeinsame Kultur- und Bildungsangebote, gut vernetzte Wege und umfassende Informationen – etwa zu Geschichte, Museen, Veranstaltungen und regionalen Besonderheiten. Ich denke, wir sind da schon auf einem guten Weg. Eine weitere Herausforderung ist, die Menschen, die hier leben, mitzunehmen, die ländlichen Regionen immer mitzudenken, um auch dort Kulturangebote dauerhaft zugänglich zu halten. Das betrifft die Finanzierung und Räume, aber auch die Unterstützung des Ehrenamts. Wichtig ist, das kulturelle Leben lebendig zu halten und vielfältig weiterzuentwickeln – mit Angeboten für unterschiedliche Altersgruppen und Lebenswelten. Nur so können wir die gesamte Region kulturell stärken und als Bildungs- und Lebensraum attraktiver zu machen.
Und was für Lösungen können Sie sich denken? Die Region zukunftssicher zu machen sollte ja unser aller Auftrag sein.
Zukunftssicherheit entsteht, wenn wir die Kräfte der Region bündeln und konkrete Vorhaben gemeinsam angehen. Im Bereich Kultur ist mit KUMBRA ja schon ein gutes Beispiel am Laufen. Netzwerken, Zusammenarbeit auf Augenhöhe, Angebote bündeln und gemeinsam sichtbar machen – das stärkt nicht nur die Region, sondern auch die einzelnen Akteure. Möglichkeiten der Beteiligung und Mitgestaltung, vor allem auch für junge Menschen, sollten etabliert werden, z.B. durch Jugendforen, Kooperationen mit Schulen, die wir als Bibliothek bereits seit Jahren intensiv betreiben. Aber auch ehrenamtliches Engagement und Kulturschaffende selbst sollten durch verlässliche Förderung, Austausch- und Beratungsmöglichkeiten und gemeinsame Räume gestärkt und somit langfristig gesichert werden.
Im März 2026 erschien in der Mitteldeutschen Zeitung ein Artikel mit dem Titel „Vielfältige Aufgaben, weniger Geld – Wie Naumburgs Stadtbibliothek ihr Angebot trotzdem halten will“. Ja, wie denn? Welche Schrauben können Sie drehen, jetzt, wo gerade im Segment Leseförderung und Bildung der Schmalhans Einzug gehalten hat, während anderswo vor Fülle kaum noch gelaufen werden kann?

Wenn die Mittel knapper werden, darf die Antwort nicht einfach lauten: weniger Leseförderung, weniger Kultur. Wir haben schon immer schauen müssen, wie wir unsere Angebote finanziell und personell stemmen können, denn einen Überfluss gab es in unserem Bereich noch nie.

Unsere Stellschrauben sind u.a. ein gut funktionierendes Netzwerk. Nur gemeinsam können wir Angebote bündeln statt sie auszudünnen. Lesungen, Workshops und andere Aktionen werden gemeinsam mit Kitas, Schulen, Vereinen und anderen Bildungs- und Kultureinrichtungen geplant und umgesetzt. So lassen sich Räume, Personal und Kosten teilen.

Auch die Konzentration auf besonders wirksame Angebote hilft. Wir stärken die Leseförderung dort, wo sie Kinder erreicht – etwa über Kooperationen mit Schulen und Kitas.

Fördermittel – ein ganz wichtiger Punkt: Wir nutzen seit Jahren Landes- und Bundesprogramme, und können so einzelne Projekte ermöglichen, z.B. Projekte der Demokratiebildung im Rahmen von „Land.schafft.Demokratie“ (Bundeszentrale für politische Bildung) und „Lesezeichen Demokratie“ der Landeszentrale für politische Bildung. Dies sollte aber nicht die verlässliche kommunale Grundfinanzierung ersetzen.

Ehrenamtliche Unterstützung erfahren wir seit Jahren und diese ist für unsere Arbeit enorm wertvoll und wichtig. Unser Förderverein und die Lesepatinnen und -paten unterstützen uns bei vielen Aktionen und Events.

Außerdem müssen wir prüfen, welche Angebote und Formate besonders wirkungsvoll sind, welche am Bedarf der Menschen vorbeigehen und welche sich mit geringem Aufwand weiterentwickeln lassen. Dabei darf die reine Besucherzahl nicht das einzige Kriterium sein. Wenn anderswo tatsächlich Mittel in größerer Fülle vorhanden sind, sollte offengelegt werden, nach welchen Prioritäten die Mittel verteilt werden. Kultur- und Bildungseinrichtungen dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Öffentliche Bibliotheken gehören zu den meistbesuchten Kultureinrichtungen. Unsere Bibliothek besuchen täglich 150 bis 200 Menschen – sie nutzen unser Angebot und schätzen uns als offenen Ort der Bildung und Begegnung. Diese Nachfrage sollte sich auch in der Ausstattung widerspiegeln: Bibliotheken brauchen ausreichend finanzielle Mittel und Personal, um den Bedarf verlässlich decken zu können.

Schlussendlich müssen wir auch noch einmal auf das Geld zusprechen kommen, welches Nutzerinnen und Nutzer zahlen müssen. Wie ist das denn bei Ihnen? Ich erfuhr von einer Schnuppermitgliedschaft … was ist das denn? Und was kostet eine reguläre Mitgliedschaft bei Ihnen wem genau?
Ganz wichtig und wertvoll ist, dass die Nutzung für Kinder und Jugendliche kostenfrei möglich ist. Alle anderen zahlen eine Jahresgebühr (gültig für 12 Monate). Damit kann der Bestand vor Ort entliehen werden, aber auch unsere Online-Angebote, wie die Onleihe (e-Medien), das Streaming-Portal „Filmfriend“, das Wissens-Portal „Brockhaus online“ und die Kinder-App „Tigerbooks“ genutzt werden. Erwachsene zahlen 20 EUR, Ermäßigung (10 EUR) gibt es für Auszubildende, Studierende, Menschen mit Behinderungen, Zivil- und Wehrdienstleistende, Senioren und Inhaber Ehrenamtspass BLK. Die kostenlose Schnupperkarte für einen Monat ist ein Angebot für Menschen, die neu nach Naumburg gezogen sind und die Bibliothek erst einmal kennenlernen können. Verlängern sie die Mitgliedschaft, dann greift der normale Tarif. Unser Förderverein unterstützt sozial schwache Menschen, Alleinerziehende oder Geflüchtete mit Bibliotheks-Patenschaften. Der Verein übernimmt für diese Menschen den Jahresbeitrag für ein Jahr.
Danke, Frau Matzner, für Ihre Zeit, Ihr Engagement und Ihr Durchhaltevermögen.
Das Interview wurde geführt von KUMBRA-Redakteur Volly Tanner
Veröffentlicht am 08. Oktober 2026
© Foto(s): Stadtbibliothek Naumburg